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Kurtagic ist die schnelle TVH-Lösung

Gießener Allgemeine Zeitung

Dienstag, den 24. Oktober 2017 um 08:28 Uhr

Emir Kurtagic ist seit gestern Nachmittag offiziell neuer Trainer von Handball-Bundesligist TV Hüttenberg. Der 37-Jährige folgt damit auf den abgewanderten Aðalsteinn Eyjólfsson. Die Chronologie des Trainer-Wechsels beim TVH.

Von Sven Nordmann. Dafür, dass der TV Hüttenberg vom Abgang seines Erfolgstrainers Aðalsteinn Eyjólfsson relativ plötzlich und unvorbereitet getroffen wurde, schien auf der gestrigen Pressekonferenz zur Vorstellung des neuen Trainers ziemlich viel harmonisch und organisiert abzulaufen. Der Handball-Bundesliga-Aufsteiger wird künftig von Emir Kurtagic trainiert – der Verein bestätigte am Montagabend die Verpflichtung und den gemeinsam geschlossenen ligaunabhängigen Vertrag bis zum Sommer 2019.

Der 37-jährige Kurtagic ist in der Bundesliga durch seine Zeit von Dezember 2011 bis März 2017 beim VfL Gummersbach bekannt und tritt in Hüttenberg nun also die Nachfolge von Eyjólfsson an, den es bekanntlich mit sofortiger Wirkung zum HC Erlangen zieht.

»Wir sind total zufrieden mit dieser Verpflichtung«, sagte der Sportliche Leiter des TVH, Torsten Menges. Drei Punkte hätten für Kurtagic, der als erster Trainer von den Hüttenbergern kontaktiert wurde, gesprochen: »Wir haben jemanden gesucht, der eine offensive Deckungsformation favorisiert, die Bundesliga kennt und junge Spieler fördern kann. Da wir ein schmales Budget haben, ist es wichtig, dass wir Wert auf unsere Nachwuchsarbeit legen«, sagte Menges. Der neue Coach habe in Gummersbach einst bewiesen, dass er dies umsetzen könne, als Beispiele für große Entwicklungsschritte unter Kurtagic nannte der TVH-Verantwortliche die Nationalspieler Simon Ernst und Julius Kühn.

Aus Sicht des Coach mit bosnischen Wurzeln wiederum hätten zwei Argumente für Hüttenberg gesprochen: »Die Verantwortlichen wissen, worum es geht. Und die Mannschaft hat in der bisherigen Bundesliga-Saison sehr sympathisch und mit unglaublich viel Leidenschaft gespielt. Damit kann ich mich voll identifizieren.«

Notwendig wurde die Verpflichtung des 37-Jährigen durch den Abgang des bisherigen Trainers Aðalsteinn Eyjólfsson nach zehn Spieltagen. Der 40-Jährige, der den TV Hüttenberg von der dritten bis in die erste Liga geführt hatte, nahm ein Angebot von Ligakonkurrent Erlangen an.

»Wir waren von der Entwicklung sehr überrascht«, erklärte TVH-Manager Lothar Weber. Am vergangenen Dienstagabend habe es ein Gespräch gegeben, bei dem ursprünglich die von Vereinsseite angestrebte Vertragsverlängerung auf der Agenda stehen sollte. »Nach rund 20 Minuten hat uns Adli dann aber deutlich gemacht, dass er sich anderweitig orientieren will. Da waren wir erst mal perplex und sprachlos.«

Allerdings habe es keinen Sinn, einen wechselwilligen Trainer oder Spieler »mit aller Gewalt« aufzuhalten, zumal die im Vertrag vorhandene Ausstiegsklausel die Wechselmöglichkeit gewährte. So wurde am Donnerstag Kontakt mit Kurtagic aufgenommen, am Samstag traf man sich zum rund zweistündigen Gespräch, ehe am Montagnachmittag die Verträge unterzeichnet wurden.

Am Abend lernte der in Sarajevo geborene Kurtagic dann seine neue Mannschaft kennen. Per Handschlag begrüßte er die einzelnen Spieler – »das Trainingsprogramm wird noch wie geplant durchgezogen, ab dem Dienstag übernehme ich dann«, erklärte er. »Durch die Länderspielpause haben wir jetzt zum Glück etwas Zeit. Deshalb gehe ich davon aus, dass wir in zwei Wochen gut vorbereitet sein werden.« Erst am 5. November bestreitet der aktuelle Tabellen-15. der Bundesliga sein nächstes Heimspiel gegen den TVB Stuttgart.

Wenn etwas glücklich abgelaufen ist an der Trennung zwischen Eyjólfsson und dem TV Hüttenberg, dann war es der Zeitpunkt, der nun einen Wechsel ohne extremen Termindruck ermöglicht. Ansonsten gab es – vor allem in den sozialen Netzwerken – viele negative, verständnislose Reaktionen auf Eyjólfssons Entscheidung, die Mittelhessen mitten in der Saison zu verlassen. Der Großteil vertrat den Tenor: »Schlag ins Gesicht des TV Hüttenberg« oder »Loyalität scheint im Sport wohl immer mehr zur Randerscheinung zu werden«, allerdings gab es auch Online-Stimmen, die Verständnis zeigten: »Jeder würde für mehr Geld zur besseren Perspektive wechseln.«

TVH-Manager Lothar Weber jedenfalls wollte gegenüber dem Ex-Trainer »nicht nachkarten und nach vorne schauen«. Beim mittelhessischen Aufsteiger hat man sich nach dem kurzzeitigen Schock einmal geschüttelt und geht nun optimistisch in die weitere Saison. Während Menges davon sprach, dass das Ziel Klassenerhalt nach den bisherigen Leistungen »absolut realitisch« sei, erklärte Weber: »Vielleicht kann Emir ja sogar noch ein kleines Stück mehr aus der Mannschaft herausholen.«


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