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So, 17.12.2017, 12.30 Uhr
TSV Hannover-Burgdorf vs.  TV 05/07 Hüttenberg
TSV Hannover Burgdorf
vs. TVH

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Sa, 09.12.2017, 20.30 Uhr
 TV 05/07 Hüttenberg vs. TuS N-Lübbecke
TVH vs. TuS N-Lübbecke
24:22 (15:11)

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Hüttenberg tanzt: Erster Punkt in der Osthalle

Gießener Allgemeine Zeitung

Montag, den 02. Oktober 2017 um 07:32 Uhr

Der nächste Handball-Krimi á la Hitchcock für Aufsteiger TV 05/07 Hüttenberg: Der Bundesliga-Neuling feiert seinen ersten Punkt in der Sporthalle Gießen-Ost gegen Göppingen – dank Mario Fernandes' Tor und der Taktik von Trainer Aðalsteinn Eyjólfsson.

Von Markus Röhrsheim. Erneutes Herzschlagfinale in der Sporthalle Gießen-Ost: Als zehn Sekunden vor dem Ende Zarko Sesum per Kempatrick zum 28:27 für Göppingen einwarf, sah es danach aus, dass es auch im dritten Heimspiel für den TV 05/07 Hüttenberg wieder knapp nicht reichen würde. Doch nach schneller Mitte stand Mario Fernandes frei am Kreisund setzte das Harzleder zum verdienten 28:28 (11:16)-Ausgleich in die Maschen. »Ich habe nicht nachgedacht. Ich war einfach nur froh, so frei zu sein«, sagte der Torschütze, nachdem er sich aus der Jubeltraube befreit hatte, über den Moment, der den ersten Heimpunkt für den Aufsteiger bedeutete.

Eine Halbzeit lang hatte es aber gar nicht danach ausgesehen, dass es überhaupt etwas Zählbares geben sollte für die Gastgeber. Göppingen, offensichtlich motiviert durch den Trainerwechsel zu Dr. Rolf Brack unter der Woche, schwamm sich der Gast dem dritten Tor des stark beginnenden Ragnar Jóhannsson zum 6:7 (10.) aus seiner Krise – und nötigte TVH- Trainer Aðalsteinn Eyjólfsson nach einer Viertelstunde beim 6:10 zur Auszeit und zu personellen und taktischen Korrekturen.

»Frisch Auf hat unsere 3:2:1-Deckung anfangs sehr gut isoliert, sodass wir nicht in die Zweikämpfe kamen. Daher habe ich in der Deckung auf 5:1 gewechselt, was dann zwar besser wurde, aber dafür haben wir im Angriff von den Halbpositionen zu viele schlechte Würfe genommen«, erklärte der Isländer nach dem Schlusspfiff. Diese Problematik führte dazu, dass Treffer wie zum 11:15 in der 27. Minute durch Dominik Mappes aus dem rechten Rückraum gegen eine im ersten Abschnitt aggressiv agierende Gäste-Deckung Mangelware blieben. Folgerichtig führten die Gäste zur Pause mit 16:11. »Wir hatten in der Deckung keinen Zugriff und kamen gar nicht zum Foulen. Dazu haben wir im Angriff blöde Fehler gemacht«, sagte Kreisläufer Moritz Zörb hinterher.

In der Pause fruchtete die Fehleranalyse offenbar: Nach dem 11:17 hatten sich die Blau-Roten in der 43. Minute mit einem Siebenmeter von Daniel Wernig herangepirscht (19:21), nutzten aber eine weitere Parade des langsam heiß laufenden Fabian Schomburg im Hüttenberger Kasten nicht, da vorn Jóhannsson zu früh abschloss und auch Tomáš Sklenák anstatt abzuspielen scheiterte. Doch auch den 19:23-Rückstand machten die nun wesentlich aggressiver in der Deckung zu Werke gehenden Hüttenberger mit einem 4:0-Lauf wett. Je zweimal Sklenák sowie Wernig per Siebenmeter und Tempogegenstoß ins leere Göppinger Tor sorgten zehn Minuten vor dem Ende für den ersten Ausgleich seit der Anfangsphase.

»Da hatten wir uns endlich heran gekämpft und machen dann drei technische Fehler«, ärgerte sich Wernig über die Phase, zum 23:26 führte. Da zudem Dominik Mappes in Überzahl mit seinem Wurf scheiterte und auch Vladan Lipovina den Ball nicht unter Kontrolle brachte, schienen fünf Minuten vor dem Ende die Felle davon zu schwimmen. Doch zwei weitere Schomburg-Paraden ermutigten Eyjólfsson zwei Minuten später in seiner letzten Auszeit dazu, volles Risiko zu gehen. Der siebte Feldspieler sollte es retten und führte sofort zum Anschluss durch Lipovina. Den aber erneut Tim Kneule bei exakt zwei Minuten Restpielzeit mit dem 27:25 beantwortete. Nur 20 Sekunden später hämmerte Überzahl-Spezialist Sebastian Roth den Ball in den Winkel und hielt damit den Druck auf Göppingen hoch, was letztlich den 27:27-Ausgleich durch Linkshänder Lipovina ermöglichte. Die letzten 35 Sekunden im nächsten Hitchcock-reifen Krimi aus Hüttenberg sind Geschichte.

»Viele Handball-Traditionalisten haben die Regel mit dem siebten Feldspieler kritisiert. Heute haben wir gesehen, was damit möglich ist. Kompliment an Adli, wie er damit das Spiel gekippt hat«, zollte Trainer Dr. Brack seinem Gegenüber Respekt. Dieser frohlockte auf der anschließenden Pressekonferenz, dass »wir in der zweiten Halbzeit mit zwei Mittelmännern viel disziplinierter gespielt haben und dann auch eine Torwart-Leistung hatten. Unsere Deckung war wieder aggressiver, die Hilfsstrukturen waren viel besser. Wären wir nach dem 23:23 etwas cleverer gewesen, wären auch zwei Punkte möglich gewesen.« Daniel Wernig dagegen war die Analyse egal: »Wir haben drei Punkte. Die hätte uns bis hierher keiner zugetraut. Das ist affengeil. Und in der Halle war die Stimmung heute noch einmal besser.«

Hüttenberg: Ritschel, Schomburg; Stefan, Sklenák (3), Lambrecht (1), Wernig (4/2), Rompf (1), Zörb (1), Fernandes (5), Jóhannsson (4), Sicko (1), Roth (1), Mappes (2), Hofmann (1), Hahn, Lipovina (4).

Göppingen: Rebmann, Prost, Mathes; Kneule (5), Ritterbach, Damgaard (3), Bagersted (1), Sesum (4), Fontaine, Urban (6), Schiller (5/3), Pfahl (4), Schöngarth, Kozina.

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Dinges/Kirsch (Stutensee/Linkenheim). – Zuschauer: 1739. – Zeitstrafen: 4/6 Minuten. – Siebenmeter: 3/2 – 4/3.

 


 

Kurzanalyse

Von Philipp Keßler. Sie waren zweimal schon am Boden, doch sie sind zweimal zurückgekommen. Der TV 05/07 Hüttenberg erkämpft sich in der Handball-Bundesliga gegen Göppingen seinen ersten Punkt vor heimischem Publikum.

28:28 leuchtete nach 60 Minuten von der Anzeigetafel und die Hüttenberger Mannschaft flippte samt rund 1700 Zuschauern in der Gießener Sporthalle Ost völlig aus. Zurecht, denn zuvor erlebte der Aufsteiger 60 Minuten im Spiel gegen FrischAuf Gäppingen ein Wechselbad der Gefühle. Die fünf wichtigsten Gründe für das Unentschieden.

Die Aufholjagd: Die Hüttenberger lagen gleich zweimal fast aussichtslos zurück. Doch sie kamen zurück, glichen beim 23:23 durch Wernig erstmals seit der Anfangsphase aus (50.), ehe sich Fernandes schließlich ein Herz fasste und zum Ausgleich traf.

Die Leidenschaft: Es dauerte, bis die Sporthalle Gießen-Ost auf Betriebstemperatur kam, doch ab Mitte der zweiten Hälfte merkte man, was Hüttenberg so stark macht: die Leidenschaft von Spielern und Fans. Nur so kann der TVH etwas reißen.

Fabian Schomburg: Der Torhüter kam Mitte der ersten Hälfte für den glücklosen Matthias Ritschel, zeigte zunächst eine solide, später eine überragende Leistung. Nicht umsonst wurde er zum »Mann des Spiels«.

Tomáš Sklenák: Gegen Göppingen kam er als Joker auf die Platte – und stach. Zwar waren es »nur« drei Tore, doch der Tscheche übernahm in der entscheidenden Phase Verantwortung, kämpfte und setzte seine Mitspieler in Szene – ein ganz starker Auftritt.

Der Wehrmutstropfen: Trotz aller Freude über den ersten Punktgewinn vor heimischem Publikum: Es war mehr drin. Göppingen überzeugte keineswegs, machte viele einfache Tore in der zweiten und dritten Welle und aus dem Rückraum, die vor allem nicht energisch genug verteidigt wurden. Hier ist noch Luft nach oben.


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