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Nächstes Spiel

So, 17.12.2017, 12.30 Uhr
TSV Hannover-Burgdorf vs.  TV 05/07 Hüttenberg
TSV Hannover Burgdorf
vs. TVH

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Letztes Spiel

Sa, 09.12.2017, 20.30 Uhr
 TV 05/07 Hüttenberg vs. TuS N-Lübbecke
TVH vs. TuS N-Lübbecke
24:22 (15:11)

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So ist das Geschäft?! Eine Frage des Rückgrats

Aktuelles

Montag, den 04. Juni 2012 um 20:21 Uhr

Eine Bestandsaufnahme - Offener Brief der Spieler der 1. Mannschaft des TV Hüttenberg - hier als pdf

Wieder einmal geht eine Runde der „stärksten Liga der Welt“ zu Ende. Auf den ersten Blick könnte man meinen, eine harmonischere Saison hat es lange nicht gegeben. Oben zieht der THW Kiel einsam seine Kreise, im elitären Dunstkreis der Nordlichter stabilisieren sich die großen Teams wie Flensburg und Berlin. Lediglich in Hamburg und Mannheim ist man milde verstimmt ob der gezeigten Leistungen, der Rest aus dem sogenannten Niemandsland ist mehr oder weniger zufrieden eine ordentliche Runde absolviert zu haben. Wendet man sich den Niederungen in der Tabelle zu, dann bekommt man das vor Augen geführt, was bereits vor der Saison für viele als „sicher“ galt: Für alle drei Aufsteiger hat es nicht gereicht, etablierte „Kellerkinder“ haben ihren Kopf noch rechtzeitig aus der Schlinge gezogen. Und: Kein einziger Verein der 1. Liga muss lizensierungstechnisch auf die Auswechselbank - überall scheint man aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt zu haben, was vor allem bei den Funktionären der Toyota HBL in Punkto Außendarstellung ein Grund sein dürfte, um auf sich selbst anzustoßen.

Kling gut. Zu gut? Gibt es nicht immer das sprichwörtliche „Jin zum Yang“? Hält sich nicht „Gut und Böse“ stets die Wage? Wohin sind die schmutzigen Details verschwunden, die sich zwar in den PM‘s von offizieller Seite immer so erfrischend einfach „verformulieren“ lassen? Die heutzutage aber, wie jeder weiß, nicht nur im Geschäft des Profi Handballs, sondern auch in der Realität des Alltags und des allgegenwärtigen Miteinanders wiederzufinden und fest verwurzelt sind?

Seit letzten Freitag um 17.30 Uhr wissen wir: Die Verkommenheit der Sitten macht auch vor den Trossen des Handballzirkus nicht halt. Die Liga hat einen handfesten mittellhessisch-oberbergischen Skandal.

Gummersbach – Hüttenberg

Es liest sich einfach. Emir Kurtagic legte mit den Gummersbachern seit seiner Übernahme des Trainerpostens im Winter der Saison 2011/12 einen sportlichen Höhenflug hin. Von einem Abstiegsplatz führt er sie ins gesicherte Mittelfeld der Tabelle. Der Verein um Geschäftsführer Geerken und seinen Mitstreitern im Aufsichtsrat fällt es zwar laut eigener Aussage in der Pressemitteilung „schwer“, den schon seit November geschlossenen Vertrag mit Jan Gorr vor dessen Amtsantritt im Juli nun wieder aufzukündigen, doch sieht man sich angesichts der Leistungen Kurtagics genötigt, den Kroaten für dessen Leistung mit der Fortsetzung seines Engagements als Chefcoach zu belohnen. Es sei „keine Entscheidung gegen Gorr, sondern für Kurtagic“ ist man aufseiten des Traditionsvereins bemüht zu betonen. So weit, so nachvollziehbar. Der Phrasendauerbrenner „ so ist nun mal das Geschäft“ – da ist er wieder.

Doch so einfach und eindimensional betrachtet können und wollen wir als Mannschaft des TV Hüttenberg diesen Sachverhalt nicht stehen lassen und bieten nun im Folgenden eine etwas vielseitigere „Sicht der Dinge“ an. Dass wir damit nicht überall auf Gegenliebe stoßen ist uns bewusst, doch weder auf uns, den Verein und allen voran auf einen der wohl talentiertesten, engagiertesten und hoffnungsvollsten Emporkömmling im Trainergeschäft wurde Rücksicht genommen oder gar Respekt gezollt, weshalb wir es als unser gutes Recht ansehen, das journalistische Mittel „offener Brief“ einzusetzen. Im Einzelnen geben wir folgendes „zu bedenken“:

1. Über die Qualität und Berufsauffassung des Trainers Jan Gorr muss an dieser Stelle nicht geredet werden. Die Adelungen diesbezüglich hat er von mehreren Trainerkollegen aus Liga 1 um Gislason , Bauer und Co. bereits mehrfach erhalten, nicht zuletzt wir als Mannschaft können dies mehr als unterstreichen. Vielmehr geht es uns an dieser Stelle um den Menschen Jan Gorr, der 24 Stunden am Tag Handball lebt. Dem Trainer, um den man sich berechtigte Sorgen machen muss wenn er in der Vorbereitungszeit keine Mannschaft formen kann, um selbst als Trainer weiter zu wachsen, um in seinem Lebenskonzept „Handballtrainer“ aufzugehen. Es geht um die Dreistigkeit eines sogenannten Traditionsvereins, einer jungen, deutschen aufstrebenden und vorbildlichen Spitzenkraft in seinem Berufsfeld die schwerste Entscheidung seines Lebens abzuringen, wohlgemerkt zu einem Zeitpunkt, an dem es um jenen Traditionsverein alles andere als rosig stand. Von ihm zu verlangen, sein „Baby“ TV Hüttenberg aufzugeben, das er in einer nahezu beispielhaften Erfolgsgeschichte aus der dritten in die 1. Liga geführt hat. Jan entschied sich damals trotz der schwierigen Umstände für den VFL. Zum Dank für diesen Vertrauensvorschuss wird er jetzt, zu einem Zeitpunkt, an dem jegliche Trainerpersonalien in der Toyota HBL abgeschlossen bzw. vergeben worden sind, bereits vor der allerersten Trainingseinheit und ohne eigenes Fehlverhalten gegenüber seinem neuen Arbeitgeber „vor die Tür“ gesetzt. Auch bei seinem TVH kann er höchstwahrscheinlich nicht bleiben, da mit Heiko Karrer bereits sein Nachfolger in den Startlöchern steht – auf ein ähnliches „Rekord Niveau“ wie vom VFL vorgegeben, wird man sich beim TVH sicher nicht einlassen. Bei allem Respekt vor der Leistung Kurtagics, diese Entscheidung der Gummersbacher Verantwortlichen ist mehr als nur Wort und Vertragsbruch – vielmehr ist es das manifestierte Armutszeugnis, dass der Mensch beim VFL als Material angesehen wird, dass man notfalls einfach entsorgen kann, ohne sich offenbar seelischer oder wirtschaftlicher Gewissensbisse hinzugeben.

2. Fakt ist: der TV Hüttenberg ist ganz klar und rein aus sportlichen Gründen abgestiegen, daran wollen wir rein gar nichts deuteln oder uns um sonstige Ausreden bemühen. Und wir gehen auch nicht soweit, von Gummersbacher Kalkül zu sprechen, den TVH mit dieser Aktion bewusst aus dem Konzept bringen zu wollen. Dazu hätte eine Verpflichtung von Jan Gorr sportlich einfach zu viel Sinn gemacht. Was allerdings feststeht: Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Wechsels von Jan nach Gummersbach sind beim TVH Dinge in Bewegung geraten, die für die Verhältnisse unseres „Dorfvereins“ einem Erdbeben gleich kamen und ab diesem Zeitpunkt nicht mehr aufzuhalten waren. Spieler die ihr Engagement eng mit dem Verbleib des Trainers verknüpften, begannen über ihre sportliche Zukunft nachzudenken, neue Trainer wurden ins Spiel gebracht, außerordentliche Gespräche wurden anberaumt und so weiter und so weiter. Geschehnisse, die im gefestigten Umfeld des TVH nicht zur üblichen Tagesordnung gehören, die man zum damaligen Zeitpunkt aber „sportlich“ genommen hat und kein Wort des Haderns gefallen ist. Dass parallel dazu die Konzentration für den Spielbetrieb und für den Kampf um immens wichtige Punkte im Abstiegskampf gefunden werden musste, ist bekannte Tatsache. Gebärden des Profigeschäfts, die, zugegeben, nicht verboten oder gar illegal sind, aus heutigem Stand der Dinge allerdings mehr als einen faden Beigeschmack erzeugen. Wie gesagt, wir gehen nicht soweit von Kalkül zu sprechen, aber wir kommen persönlich nicht drum herum, die ganze Aktion als „große Sauerei“ einzustufen.

3. Unsere letzten Bedenken richten sich direkt an Gummersbach respektive HBL. Der VFL Gummersbach stellt an sich selbst den Anspruch, Aushängeschild für eine ganze Region zu sein. Eine Region, die unlängst vom Gummersbacher Management zur Kasse gebeten wurde, da man (mal wieder) eine nicht unempfindliche Liquiditätslücke im damals laufenden Lizensierungsverfahren offenbarte. Auch in dieser Spielzeit kam der Verein aus dem oberbergischen nicht einwandfrei durch besagte Prüfung. Es grenzt schon an Ironie der untersten Kategorie, dass just zu dem Zeitpunkt, an dem die HBL erneut eine derartige Misswirtschaft billigt, um den Traditionsverein im Konzert der Belleetage zu halten, dieser sich aber im Umkehrschluss und nicht einmal 24 Stunden später auf seine ganz individuelle Weise bedankt – und damit auch die Glaubwürdigkeit der HBL regelrecht mit Füßen tritt. Denn einen Dreijahresvertrag abzuschließen, mit der Prämisse einer längerfristigen Perspektive und sportlicher Umstrukturierung, kann selbst mit einer kurzfristigen Erfolgsgeschichte eines Interimstrainers „eigentlich“ nicht wirtschaftlich begründet werden.

Letztendlich bleibt festzuhalten, dass wir mit diesem Schreiben rein gar nichts verändern werden. Wir sind nicht so naiv zu glauben, die Lizenzierungskommision wird sich je eingestehen, von manchen Vereinen, die finanziell regelmäßig negativ auffallen, regelrecht vorgeführt zu werden. Auch werden wir bei den Verantwortlichen des VFL Gummersbach wohl kaum schlechtes Gewissen auslösen, denn schließlich wird die getätigte Entscheidung ja (hoffentlich) nicht spontan am Kaffeetisch gefallen, sondern geplant und in mehreren Sitzungsgesprächen mit dem Präsidium bewusst und gezielt getroffen worden sein.

Wir alle sind Handballer, die den offenen und ehrlichen Kontakt sowohl auf als auch abseits des Feldes schätzen. Was hier passiert ist, ist aus unserer Sicht eine Geschmacklosigkeit, die selbst für das schmutzige Image des Profisports seines Gleichen sucht. Es ist zum Glück nicht unsere Aufgabe, Scheriff zu spielen. Aber wir sehen es als unsere Pflicht an, das Kund zu tun, was offizielle Pressestellen nicht auszudrücken vermögen. Wir sehen es als unsere Pflicht an, unserem Trainer, der in unverschuldete Ohnmacht geraten ist, die Stimme zu geben, die ihm momentan geraubt wird.

Dem VFL Gummersbach rund um die handelnden Personen wünschen wir weiterhin alles Gute auf der Suche nach Glaubwürdigkeit und Rückgrat.

Die Spieler der 1. Mannschaft des TV Hüttenberg


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